St.-Georgs-Kirche
in Sengwarden
Menschen, die den Fluten trotzen und eine Warft aufschütten.
Menschen, die das Land bewirtschaften und eine Dorfgemeinschaft bilden.
Vor langer Zeit errichten sie diese Kirche.
Seit Jahrhunderten wurden ihre Namen und Geschichten aufgeschrieben.
Gott bewahrt und trägt ihre Nachkommen auch heute.

Seiteninhalt:



Die Sengwarder Kirche vor 850 Jahren
Um 1100 erfolgte die Bedeichung des Kniphauser Binnenlandes. Daraufhin schenkten die Sengwarder der Kirche zwei Hofstellen (für die 1. und 2. Pastorei), beide von Sengwarden aus seewärts gelegen.
Es erfolgten eine Ansiedlung von Priestern und der Bau einer Kirche aus Holz und Lehm an der Stelle der heutigen Kirchenwurt. Das Bauen von Kirchen war im Jeverland gerade aufgekommen.
In einer Urkunde des Bistums Münster von 1168 wird bei einer Aufstellung der Kirchspiele des Jeverlandes auch Sengwarden als Kirchort erstmalig urkundlich erwähnt.

Die Kirche heute
Der heutige Bau stammt aus den Jahren um 1250. Die Nordmauer ist der älteste Teil der Kirche. Sie ist im romanischen Stil mit großen, auf einer Seite geglätteten Granitquadern errichtet. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Erneuerung der Südwand mit Backsteinen und mit spätgotischen Fenstern vorgenommen. Aus dieser Zeit datiert auch der gotische Chor, der zur Verschönerung angefügt wurde. Die Deckenbemalung stammt aus dem Jahr 1904 und wurde 1963 überholt. Sie ist der alten Bemalung der Kirche in Tettens nachgearbeitet.
Die Kirche misst 42 Meter in der Länge, der Vorraum 7,50 Meter, das Kirchenschiff 23 Meter und der Chorraum 11,50 Meter. Von der zweiten Empore aus - oberhalb der Orgel - gewinnt man den besten Eindruck von der Größe dieser Kirche. Das Kirchenschiff ist 12 Meter hoch und 10 Meter breit. Die komplette Höhe bis zum Giebel beträgt stolze 20 Meter, der Dachreiter mit dem für Sengwarden typischen Pferd ist 6,50 Meter hoch, sodass die gesamte Höhe der Kirche heute 26,50 Meter beträgt. Die Kirche liegt auf einer Wurt 8,60 Meter über dem normalen Meeresspiegel.

Der Altar
In seiner eigentümlichen Formgebung kennzeichnet der Altar einen Übergangsstil von der niederdeutschen Spätrenaissance bis zum niederdeutschen Barock. Dieser Stufenaltar versinnbildlicht in besonderer Weise die neu entdeckte Glaubenslehre des Protestantismus.Er zeigt deutlich, dass die Kirche auf der Lehre der Propheten und Apostel gebaut ist:
Gewissermaßen als Fundament stehen über ihren besonderen Symbolen die vier Evangelisten, in ihren Händen tragen sie ein Brevier: ein aufgeschlagenes Buch und einen Hirtenstab. Darüber stehen neben der Bundeslade Aaron mit dem Weihrauchkessel und Mose mit den Gesetzestafeln.
Auch in der bildlichen Darstellung des Altares will man auf die entscheidenden Tatsachen der protestantischen Heilslehre hinweisen: Das Abendmahl als Mitte der Gemeinschaft, die Kreuzigung als die Erlösungstat, dann als eine Besonderheit zwei Bilder zur Rechten und zur Linken: das erste, die Grablegung und dazu der Engel mit dem Schlüssel, der darauf hindeutet, dass Christus das Totenreich aufgeschlossen hat, das zweite, die Auferstehung und dazu der Engel mit dem Anker, der darauf hindeutet, dass die Auferstehung Christi der Hoffnungsanker der Christen ist. Darüber befindet sich ein Bild der Himmelfahrt Christi als Verdeutlichung des ewigen Herrschaftsanspruches. Ein ganz besonderer Schluss des hohen Altars bildet die Figur mit dem Lamm auf der Schulter. Sie lässt Raum für Interpretationen, ist aber Sinnbild für Rettung, Heimkehr und Vergebung. Dieser Ausdruck der Liebe Gottes in Jesus Christus hat das sonst als Krönung übliche Auge Gottes nicht ganz verdrängt, es ist auf der oberen Hälfte des Altars abgebildet.
An den Seiten des Altars - wie bei alten friesischen Uhren - sind zwei große Meerweibchen als typische Versatzstücke angebracht. Die als Medaillons eingefassten Wappen deuten den Wechsel der regierenden Häuser an. Links ist das Wappen des 1667 verstorbenen oldenburgischen Grafen Anton Günther, rechts ist das Wappen der nachfolgenden Reichsgrafen von Aldenburg, der Bentincks. Danach dürfte dieser protestantische Altar um 1700 angefertigt worden sein.
Die Kanzel
Im Zuge der Renovierung 1903/04 wurde diese Kanzel in historisierenden und sich an das oldenburgisch-friesische 17. Jahrhundert anlehnende Formen von dem Sengwarder Tischlermeister Siebels gefertigt.
Die Außenseiten des sechseckigen Kanzelkorbes zeigen die Begleitsymbole der Evangelisten in flachen Reliefs.
1962 wurde die Kanzel in Farbe gesetzt.
Oben hängt - einst dem Prediger zur Mahnung - eine alte Sanduhr.
Der Taufstein und das Taufbecken
In den Kirchen entlang der ganzen Nordseeküste findet man diese westfälischen Taufsteine. Der weiße Sandstein ist in den Baumbergen bei Münster gebrochen. Dort ist auch die Werkstatt zu suchen, wo dieser Taufstein etwa um 1300 entstanden ist. Die Tiefe des Taufbeckens weist noch auf die Ganztaufe hin. Erst im 14. Jahrhundert wird es üblich, dem Täufling nur den Kopf mit Wasser zu benetzen.
Der Taufstein ist in seinem ganzen oberen Außenteil nicht mehr in seiner ursprünglichen Form erhalten. Er war wohl einst mit figürlichen Darstellungen bedeckt. In der Zeit, als Sengwarden Pastoren hatte, die sich den reformierten Bekenntnissen verpflichtet fühlten, sind diese Figuren abgemeißelt und der Kessel ist stattdessen mit Rankenwerk geschmückt worden, worauf die Inschrift aus dem Jahre 1704 hinweist.
Der Taufdeckel ist anlässlich der Renovierung im Jahre 1963 nach alten Fotografien und den Aussagen älterer Sengwarder Einwohner, die den ursprünglichen Taufdeckel noch gekannt haben, rekonstruiert, und zwar unter Benutzung der noch vorhandenen zwölf skulpturierten hölzernen Apostelfiguren, bei denen es sich um Arbeiten der Münstermannscher Werkstatt (ca. 1640) handelt.
St. Georg
Die Glocken von St. Georg
Im Jahre 1955 wurden die beiden großen Glocken von der Firma Gebrüder Rincker, Sinn (Dillkreis) gegossen.
Die größte wiegt 2030 kg und ist auf den Ton as gestimmt, die zweite wiegt 1600 kg und hat den Ton e. Die dritte und älteste Glocke stammt aus dem Jahre 1742, wiegt 900 kg und hat den Ton fis.
Die vierte und kleinste Glocke ist eine Leihgabe, sie wurde 1824 gegossen, wiegt 400 kg und hat den Ton a. Sie stammt aus Lerchenborn, Kreis Lübben (Schlesien) und trägt die Inschrift:
„Durch Koenigliche Gnade und Beiträge der Gemeinde, z.z. Marjorats Deutscher Herr Ferdinand von Bohlen, Pastor Carl Schmidt, Kirchvater Kohlberg u. Laebe. Gegossen von E.B.Meyer in Liegnitz. 1824.”
Die Orgel
Der Orgelprospekt - er gehört zu den ältesten des Oldenburger Landes - stammt aus dem Jahre 1644 und ist eine Stiftung von Philipp Wilhelm zu In- und Knyphausen.
Geliefert wurde er durch den Delmenhorster Meister Jodoco Sieburg, ergänzt durch Schnitzwerk von dem Orgelbauer Eilert Höhler im Jahre 1747.
Nachdem das alte Orgelwerk 1904 im Zuge von Renovierungsarbeiten entfernt wurde, ist das heutige Orgelwerk eine Schleifladenorgel mit mechanischer Traktur und Registratur, die 1936 in der Werkstatt des Wilhelmshavener Orgelbaumeisters Alfred Führer hergestellt wurde, aber durch die Wirren der Kriegs- und Nachkriegsjahre erst 1964 vollständig fertiggestellt war.
Es hat zwei Manuale, im Hauptwerk 11, im Rückwerk 8 und im selbstständigen Pedal 7, zusammen also 26 Register. 1868 Pfeifen haben in der Orgel ihren Platz gefunden.
Bilder unserer Kirche
Wo findet man die St.-Georgs-Kirche?
Sengwarden
Hauptstraße 20
26388 Wilhelmshaven
Und es geht weiter ...
"Am Ende ist alles gut - und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende" heißt es in einem sehr schönen Film (das Zitat stammt vom Schriftsteller Fernando Sabino). Das gilt auch für unsere Webseiten.
Wir haben bis zum Start unserer neuen Webseiten so viel wie möglich auf dieser Seite über Kirchengemeinde und Kirche zusammengetragen.
Aber wir haben noch viel mehr zu bieten … seien Sie gespannt und bleiben auch Sie “am Ball” …
- Schauen Sie öfters auf unseren Webseiten vorbei.
- durch den Gemeindebooten …
- über unseren RSS-Feed „Aktuelles”, über den Sie die aktuellen Neuigkeiten direkt abonnieren können.
- Wir planen auch wieder einen Newsletter, der Ihnen per E-Mail zugestellt werden kann.





























